Klein Nossin

Nach Brüggemann hatte Klein Nossin um 1784 ein Vorwerk, eine Wassermühle, fünf Bauern, drei Kossäten, einen Schulmeister, innerhalb der Gemarkung des Dorfes das Vorwerk Malenz, insgesamt 26 Feuerstellen. Nach dem Siebenjährigen Krieg brannte das herrschaftliche Haus ab und mußte neu erbaut werden. Das neue Schloß wurde so großartig aufgebaut, daß die Baukosten in der schweren Zeit nach dem Kriege die Vermögensverhältnisse des Besitzers Oberst Georg Lorentz von Pirch überstiegen und er das Gut verkaufen mußte. So ging Klein Nossin durch Kaufvertrag 1787 auf Anton von der Marwitz und seine Ehefrau Gottliebe, geb. von Goddentow über.

Klein Nossin

Da zu dem Verkauf des Gutes das Einverständnis sämtlicher Angehörigen der Pirchschen Familie nötig, dieses aber sehr schwer von allen einzuholen war, wurde der Kaufvertrag ein Jahr später in einen wiederverkäuflichen verwandelt. Klein Nossin sollte den neuen Besitzern für die Zeit von Ostern 1788 bis Ostern 1813 überlassen bleiben. Da aber der Vertrag von Pirchscher Seite nie gekündigt wurde, ist Klein Nossin im Besitz der Familie von der Marwitz geblieben. In den Kriegsjahren 1806 und 1807 bekam das Dorf und auch das Vorwerk Malenz französische Einquartierung, und es hatte schwer an der Aufbringung der Kriegskosten zu tragen. Unweit von Malenz steht die Napoleoneiche, unter der dem Volksmunde nach der Franzosenkaiser einmal kampiert haben soll.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1817 nennt die Namen der zum Gut gehörigen Bauern und Kossäten. Die meisten hießen Kebschull, wie auch 1931 noch von 282 Bewohnern 96 Kebschulls waren. Die Bauern und Kossäten wohnten auf Kontrakt, nach welchem sie Pacht zu zahlen und angemessene Dienste zu leisten hatten. Das gesamte lebende und tote Inventar gehörte dem Grundbesitzen Die Regulierung der bäuerlichen Verhältnisse erfolgte in Klein Nossin bis zum Jahre 1829. Nach erfolgter Auseinandersetzung nahm das Gut einen Teil des bäuerlichen Landes zurück und überließ den anderen Teil den Bauern gegen eine Rente. Trotz hoher Lasten besserte sich die Lage der Bauern allmählich.

Am 1. April 1849 übernahm Adalbert von der Marwitz das väterliche Gut. "Eigenartig schön war das Verhältnis zu seinen Leuten, denen er im Leben und Sterben ein Halt war. Er litt schwer unter den neuen Gesetzen, die ihm die Verantwortung für ihr Wohl und Wehe abnahmen und einen Keil zwischen Gutsherrschaft und Gutsleute trieb" (Diest). Es folgte 1908 der Regierungsrat Friedrich von der Marwitz, der das Herrenhaus ausbaute und sich mit großem Eifer der sehr vernachlässigten Wirtschaft widmete.

Der letzte Besitzer war Karl von der Marwitz.

Im Jahre 1938 war das Rittergut 800 ha groß. Es hatte 300 ha Ackerland, 40 ha Wiesen, 30 ha Weiden, 400 ha Wald, 10 ha Unland, Hofraum und 620 Wege und 20 ha Wasserfläche. Der Viehbestand des Gutes belief sich auf 24 Pferde, 90 Stück Rindvieh und 260 Schweine.